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Das Gotteshandwerk:
Die künstliche Herstellung von Leben im Labor

Joachim Schummer
Berlin: Suhrkamp (edition unseld, 39)

Erscheinungsdatum: 18. April 2011
240 Seiten, ISBN: 978-3-518-26039-5
EUR 12,-

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Je lauter die Wissenschaft verkündet, Leben im Labor herstellen zu wollen, desto heftiger wird ihr vorgeworfen, Gott ins Handwerk zu pfuschen. Je schriller Kritiker der Wissenschaft entgegenhalten, Gott zu spielen, um so erstrebenswerter erscheint ihr das Gotteshandwerk. Vor dem Hintergrund einer kurzen Kulturgeschichte der Lebensherstellung – von Aristoteles über Frankenstein bis zur Synthetischen Biologie und Craig Venter – plädiert Joachim Schummer für eine Versachlichung der hitzigen Debatte. Denn die Herstellung von Leben ist ein so fragwürdiges wissenschaftliches oder technisches Ziel, wie der Vorwurf des Gottspielens ein zweifelhafter theologischer oder ethischer Einwand ist.

„Der Vorwurf des Gottspielens schafft ein Gotteshandwerk, das gegen jegliche Kritik erkenntnistheoretischer, technikphilosophischer, begrifflicher oder ethischer Art immunisiert ist, und steigert damit letztlich nur das allgemeine Unbehagen an der Technik weiter.“

English Summary: "The Craft of Gods: The Artificial Creation of Life in the Laboratory"

The louder scientists proclaim they want to create life in the laboratory, the more forcefully they are accused of messing with God’s Creation. The harsher critics object to scientists playing God, the more attractive appears the divine craft to them. Against the background of a brief cultural history of the creation of life – from Aristotle to Frankenstein to Synthetic Biology and Craig Venter – Joachim Schummer argues for a more deliberate debate. While the creation of life is a questionable scientific or technological goal, the accusation of playing God is a theologically and ethically doubtful objection.

The accusation of playing God ultimately provokes a “divine craft” that is immune against criticism from philosophy and ethics, which in turn further increases the public uneasiness over technology.


Besprechungen

  • Die Presse, Wien (14.05.2011) "Synthetische Biologie", von Martin Kugler.
  • Diesseits (27.05.2011) "Gotteshandwerk?", von Thomas Hummitzsch.
    "nicht nur lesenswert, sondern auch erhellend"
  • Scienzz Magazin (12.07.2011) "Wenn Stechmücken aus Staub hervorgehen", von Josef Tutsch.
  • Bayrischer Rundfunk, BR 2 (16.07.2011): Büchermagazin Diwan: "Joachim Schummer vermisst die Diskurse über die Erzeugung des Lebens im Labor", von Helmut Petzold.
    "Man sollte dieses Buch kennen, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzen will."
  • Deutschlandradio Kultur (30.08.2011) "Wie man einer Unterhose Leben einhaucht" von Susanne Billig
    "Was der Autor mit seiner klaren Sprache, historischer Genauigkeit und erkenntnisphilosophischer Schulung herausarbeitet, sollte Pflichtlektüre in Biologie-Studiengängen werden."
  • Berichte zur Wissenschaftsgeschichte (01.09.2011): Rezension von Christoph Rehmann-Sutter.
  • Die Tageszeitung (24.09.2011): "Das große Krabbeln", von Ulrich Kühne
    "Hinter den lustigen Episoden einer vergessenen Wissenschaftsgeschichte entfaltet das Buch von Joachim Schummer eine nachhaltige Wirkung auf das moralische Verständnis der Chemie des Lebens."
  • BIOspektrum (Oktober 2011): Rezension von Lothar Jaenicke
    "mit großem Überblick und bewundernswerter Akribie", "im Inhalt schwergewichtiges kleines Buch", "ebenso durchdacht und äußerst verständlich geschrieben" , "spannende Reiselektüre"
  • Angewandte Chemie / Angewandte Chemie Int Edition (18.11.2011): Rezension von Nediljko Budisa.
    "Dieses hervorragend geschriebene Buch ist sehr empfehlenswert für alle, die die treibenden Kräfte, Mechanismen und die kulturellen sowie sozialen Hintergründe der modernen „High-impact-Wissenschaft“ und ihrer wichtigsten Protagonisten verstehen möchten.
  • 3sat/scobel (24.11.2011): "Der Natur ins Handwerk pfuschen: Synthetische Biologie wirft viele Fragen auf", von Gert Scobel.
  • Stimmen der Zeit (Januar 2012): Rezension von Christian Kummer
    "Gleichzeitig erhält man einen gut lesbaren ersten Überblick über die wichtigsten Facetten des Problemkreises Synthetische Biologie, der zum weiteren Eindringen anhand des reichhaltigen Literaturverzeichnisses geradezu einlädt."

Last update: 12/25/2011